20 Jahre "Washingtoner Erklärung"

Konferenz fordert mehr Nachdruck für Suche nach NS-Raubkunst

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20 Jahre nach der Verabschiedung der "Washingtoner Erklärung" hat eine internationale Konferenz in Berlin mehr Nachdruck bei der Suche nach NS-Raubkunst gefordert

In den Museen, Bibliotheken und Archiven seien vor allem mehr Stellen nötig, um die sogenannte Provenienzforschung dauerhaft voranzutreiben, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Fazit des dreitägigen Expertentreffens.

Zudem verlangten die Fachleute mehr Gerechtigkeit gegenüber den Opfern. "Dazu gehört ein Dialog auf Augenhöhe mit den Nachkommen der Geschädigten und die Bereitschaft, unrechtmäßig entzogene Kulturgüter zu restituieren", erklärte Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, als Mitinitiator der Konferenz.

Auf Einladung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste in Magdeburg hatten rund 800 Experten aus aller Welt über die Umsetzung der "Washingtoner Prinzipien" beraten. In der Vereinbarung hatten sich 1998 mehr als 40 Staaten verpflichtet, "faire und gerechte Lösungen" mit den Opfern des NS-Kunstraubs oder ihren Erben zu finden.

Die Nazis hatten zwischen 1933 und 1945 zahllosen, meist jüdischen Kunstsammlern ihre Schätze gewaltsam entzogen oder abgepresst. Schätzungen gehen von rund 600 000 geraubten Objekten aus. Viele davon finden sich noch immer - oft unerkannt - in Museen und Privatsammlungen weltweit.

Vorgeschlagen wurde bei der Konferenz unter anderem, auch für Objekte faire und gerechte Lösungen zu suchen, bei denen sich die Herkunftsgeschichte nicht restlos klären lasse. Zudem sollte eindeutig identifiziertes, aber nicht beanspruchtes NS-Raubgut nicht im öffentlichen oder privaten Besitz bleiben, hieß es.

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