Bilderstreit

Leipziger Museum plant große Schau zu ostdeutscher Kunst

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Das Museum der bildenden Künste Leipzig plant für den Sommer 2019 unter dem Titel "Point of no return" eine große Ausstellung ostdeutscher Kunst

30 Jahre nach 1989 soll erstmals die Perspektive der bildenden Künste auf Friedliche Revolution, Wende und Umbruch umfassend dargestellt werden, wie die Direktion am Mittwoch mitteilte. Von der Reflexion zeugten über 130 Werke von rund 60 Künstlern aus drei Generationen, die in der DDR in unterschiedlichen Schulen, Milieus und Szenen wirkten – von den 1980er Jahren über den Mauerfall bis zur Neudefinition künstlerischen Schaffens danach. 

Das Spektrum reiche von staatlicherseits herausgehobenen über kritisch-loyale und nonkonforme bis zu offen dissidentischen Positionen. Zudem sind Künstler mit Arbeiten vertreten, die noch in der DDR geboren, aber vom sozialistischen Kunstsystem nicht mehr berührt wurden. Viele von ihnen stellten sich laut Museum bewusst in den Kontext ostdeutscher Kunstproduktion und "greifen Fragen von Herkunft, Tradierung von Eigensinn und Mentalität, aber auch von Hegemonie und 'Kolonialisierung' auf".

Die Schau wird unter anderen von dem Kulturwissenschaftler Paul Kaiser kuratiert, der Ende 2017 einen öffentlichen Bilderstreit um die Präsenz von DDR-Kunst in großen Ost-Museen ausgelöst hatte.

Dieser Disput wird in Dresden besonders heftig ausgetragen – bis hin zur persönlichen Anfeindung gegen Hilke Wagner, Direktorin des Albertinum, die aus dem Westen kommt. Das Haus in Dresden zeigt seit Juni eine Sonderpräsentation von Malerei und Skulptur aus der DDR. 

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