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Hamburg

Museum bereitet Rückgabe eines afghanischen Wandpaneels vor

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Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG)  bereitet die Rückgabe eines afghanischen Wandpaneels vor, bei dem es sich um Raubkunst handelt

Es gehörte zu einem Fries aus dem 12. Jahrhundert, das aus einem Königspalast in der Stadt Gasni stammt. Als das Museum das Paneel 2013 beim französischen Auktionshaus Boisgirard-Antonini erwarb, schien die Provenienz anhand der vorliegenden Informationen unbedenklich. "Auch wenn es bis heute noch keine belastbaren Hinweise gibt, wann und wie das Paneel in den internationalen Handel gekommen ist, ist der Tatbestand der Raubkunst unstrittig", sagte Direktorin Sabine Schulze am Dienstag in Hamburg.

Deshalb bemühe sich das Museum seit 2014 unter Einschaltung des Kulturgutschutzes Deutschland und des Auswärtigen Amtes um die Rückgabe. "Mit der Provenienzforschung hat das Museum seinen Forschungsauftrag erfüllt", sagte Schulze. Die weiteren Schritte der Rückgabe müssten nun von den Behörden geregelt werden.

Nachforschungen hatten ergeben, dass Archäologen aus Afghanistan und Italien das Marmorpaneel bei Ausgrabungen zwischen 1957 bis 1966 entdeckt hatten. Anhand der heute online zugänglichen Ausgrabungsdokumentation ist bewiesen, dass das Hamburger Paneel sich in der Sammlung des Rawsa Museum of Islamic Art in Gasni befand. Nach Einmarsch der Sowjetarmee in Afghanistan 1979 wurde die Sammlung in einem Kunstlager untergebracht. Dabei wurde das Paneel gestohlen und tauchte dann Anfang der 90er-Jahre im Pariser Kunsthandel auf. Alle Details dazu konnten bisher noch nicht geklärt werden.

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