"Krim-Gold"

Niederlande gibt Kulturschätze an die Ukraine zurück

Ein Werk aus einem etwa 2000 Jahre alten Goldschatzes bei der Ausstellung "Die Krim - Gold und Geheimnisse des Schwarzen Meeres" in Amsterdam
Foto: Peter Dejong/AP/dpa

Ein Werk aus einem etwa 2000 Jahre alten Goldschatzes bei der Ausstellung "Die Krim - Gold und Geheimnisse des Schwarzen Meeres" in Amsterdam

Der als "Krim-Gold" bezeichnete Goldschatz ist am Montag laut offiziellen Angaben nach fast zehn Jahren aus den Niederlanden in die Ukraine zurückgekehrt

Alle Stücke seien in Kiew angekommen, teilte das Allard Pierson Museum am Montag in Amsterdam mit. Die Historiker des ukrainischen Nationalen Geschichtsmuseum in Kiew dankten dem Amsterdamer Museum für die sorgfältige Aufbewahrung der Gegenstände und die Hilfe bei der Rückkehr nach Hause.

Die Kulturgüter waren zwischen die Fronten des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine geraten. Der rund 2000 Jahre alte, auch als "Skythen-Gold" bekannte Goldschatz kam 2014 aus vier Museen der ukrainischen Halbinsel Krim zu Ausstellungszwecken nach Amsterdam.

Nach der russischen Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel im selben Jahr erhob Moskau Anspruch auf den Schatz. Das Museum schickte nach Ende der Ausstellung die kostbaren Objekte aber nicht auf die Krim zurück, da es nicht wusste, wer nun rechtmäßiger Eigentümer war. Die Ausstellungsstücke blieben bis zur Klärung der Rechtslage in den Niederlanden. Im Sommer 2023 wies der Hohe Rat in Den Haag den russischen Anspruch zurück und veranlasste die Rückgabe der kostbaren Kulturgüter an die Ukraine.

"Das Gold gehört der Krim und muss dort sein"

Die Direktorin des Allard Pierson Museum, Els van der Plas, zeigte sich erleichtert: "Wir sind froh, dass es endlich Klarheit gab und die Objekte jetzt zurückgegeben wurden", erklärte sie.

Das Gold "gehört der Krim und muss dort sein", sagte dagegen Kremlsprecher Dmitri Peskow in einer ersten Reaktion auf die Rückkehr der Schätze nach Kiew. Der von Moskau ernannte Statthalter der Krim, Sergej Aksjonow, kündigte derweil am Montag an, den juristischen Eigentumsstreit militärisch lösen zu wollen - durch einen Sieg im russischen Angriffskrieg.

Bei den zurückgegebenen Objekten handelt es sich nach Angaben des Kiewer Museums um 565 Gegenstände. Darunter befinden sich antike Skulpturen, skythischer und sarmatischer Schmuck, sowie 2000 Jahre alte chinesische Lackschatullen. Die Skythen, die der Sammlung ihren Namen verliehen, waren ein Reitervolk in den Steppen nördlich des Schwarzen Meeres in der heutigen Ukraine und in Südrussland.