Unmut im Rheinland

Galeristen kritisieren Auswahl zur Art Cologne

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Deutschlands wichtigste Kunstmesse feiert ein rundes Jubiläum: Vor 50 Jahren wurde die Art Cologne gegründet. Doch ausgerechnet diesmal gibt es Kritik - von Galeristen aus dem Rheinland als auch aus Berlin

Mehrere rheinische Galeristen haben das Auswahlverfahren zur wichtigsten deutschen Kunstmesse Art Cologne scharf kritisiert. "Das ist alles andere als transparent", sagte der Kölner Galerist Franz van der Grinten der Deutschen Presse-Agentur. Es sei bedenklich, dass in der Auswahljury Galerien säßen, die selbst Stände auf der Messe hätten. "Dieses Prinzip halten wir für grundsätzlich falsch."

Art-Cologne-Direktor Daniel Hug wies die Kritik zurück. "Diese Entscheidung wird von einem unabhängigen internationalen Beirat getroffen", sagte er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Galerien, die abgewiesen würden, seien immer enttäuscht. Eine Auswahl müsse aber getroffen werden, denn der Platz der Messe sei begrenzt. Die aktuelle Kritik sei vor allem eine "Folge des Erfolgs der Messe". Jedes Jahr gebe es mehr Anfragen für einen Messestand. "Dadurch müssen wir mehr ablehnen." Die Art Cologne findet in der kommenden Woche seit 50 Jahren statt.

Der Düsseldorfer Galerist Rupert Pfab war zehn Jahre auf der Art Cologne vertreten und wurde dieses Jahr abgelehnt. Pfab befürchtet nach eigenen Worten eine "Schwächung des Rheinlands", wenn wichtige Galerien aus der Region abgelehnt würden. Der Kölner Galerist Martin Kudlek hat sich in den vergangenen Jahren nach eigener Darstellung mehrfach vergeblich für die Art Cologne beworben. Zuletzt habe man ihm empfohlen, sich mit einer Galerie aus San Francisco zusammenzutun. Er kritisiert: "Es wird auf Namen und Internationalität gespielt, aber man kümmert sich auf der Messe nicht genügend um die Sammler."

Auch mit einigen Berliner Galerien gibt es Ärger, weil sich der Termin der Art Cologne im nächsten Jahr mit dem des Berliner Gallery Weekend überschneidet. "Dass zwei so wichtige deutsche Kunstveranstaltungen nun an den seit zwölf Jahren angestammten Daten des Gallery Weekend stattfinden sollen, empfinden Galerien, die regelmäßig an beiden teilnehmen, als ausgesprochen unglückliche Entscheidung", teilte die Direktorin Maike Cruse mit.

Dazu sagte Hug, die Art Cologne finde auch immer in einem festen Zeitfenster von ein bis zwei Wochen nach dem Ende der Oster-Schulferien NRW statt. Im nächsten Jahr liege Ostern sehr spät, dadurch ergebe sich die Überschneidung mit dem Gallery Weekend. Eine solche Überschneidung sei seines Erachtens aber gar nicht schlecht, weil Sammler aus dem Ausland dadurch die Möglichkeit hätten, beide Veranstaltungen zu besuchen.

Die Vorstellung, die Art Cologne sei eine Messe von rheinischen Galeristen für rheinische Sammler, sei völlig falsch, sagte Hug: "Wir sind eine internationale Messe. Die Hälfte unserer Aussteller kommt aus dem Ausland, bei den Besuchern ist es jeder dritte."

Mehr zur Messe in der aktuellen Ausgabe von Monopol und in unserem Online-Dossier

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