US-Architekt

Richard Meier verlässt seine Firma nach Vorwürfen sexueller Belästigung

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Nachdem im März fünf Frauen dem US-Architekten Richard Meier sexuelle Belästigung vorgeworfen haben, räumt der Pritzker-Preisträger seinen Chefposten bei dem von ihm 1963 gegründeten Büro Richard Meier & Partners

Der Deutsche Bernhard Karpf wird die Leitung des New Yorker Firma übernehmen. Karpf  leitete unter anderem den Bau des Museum Frieder Burda in Baden-Baden.

Vier der fünf Frauen, die Meier Fehlverhalten vorwerfen, arbeiteten bei Richard Meier & Partners. In der "New York Times" berichteten sie von ungewollten Berührungen und Entblößungen. Eine Frau wurde von Meier gebeten, sich auszuziehen, damit er sie fotografieren könne. Eine andere Frau berichtet, dass sie in den 80er-Jahren aus seiner Wohnung fliehen musste, nachdem er versucht habe, sie auf das Bett zu zerren.

Der heute  83-Jährige hat sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe zunächst in einem Statement entschuldigt und eine Auszeit angekündigt. "Ich bin zutiefst beunruhigt und beschämt über die Berichte mehrerer Frauen, die meine Worte und Taten beleidigten. Auch wenn unsere Erinnerungen sich unterscheiden mögen, entschuldige ich mich aufrichtig bei jedem, der von meinem Verhalten gekränkt wurde."

Meier hat unter anderem zahlreiche Museumsbauten entworfen, etwa das Getty Center in Los Angeles, das Museum für Zeitgenössische Kunst in Barcelona, das Arp Museum bei Bonn und das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main. Ende der 60er-Jahre gehörte er zur Gruppe der "New York Five", die in der Tradition von Le Corbusier den funktionalen Stil der europäischen Moderne der 20er und 30er-Jahre weiterentwickelten.

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