Aufruf an Institutionen

Roth appelliert: Zeigt mehr ukrainische Kunst und Kultur 

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen)
Foto: Michael Kappeler/dpa

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen)

Mit einem Plädoyer für mehr ukrainische Kunst und Kultur hat sich Kulturstaatsministerin Claudia Roth an Museen, Theater und andere Institutionen in Deutschland gewandt

"Die Stärke von Kunst und Kultur sind die Schönheit und die Verletzlichkeit", sagte die Grünen-Politikerin in dem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Appell. Sie wende sich deswegen mit einer Bitte an alle Theater, Konzertveranstalter, Museen, Kultureinrichtungen. "Zeigt mehr ukrainische Kunst und Kultur."

Gleichzeitig bat Roth, "zeigt aber auch russische Kunst und Kultur - viele Menschen in Russland erheben gerade ihre Stimme, verurteilen den Angriff auf die Ukraine, zeigt belarussische Kultur – die Menschen dort haben so sehr für die Demokratie gekämpft und müssen gerade erleben, wie aus ihrem Land die Ukraine überfallen wird, zeigt mehr von allen Kulturen aus allen Ländern, in denen die Demokratie bedroht ist, helfen Sie und arbeiten Sie zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus diesen Ländern."

Roth zeigte sich überzeugt: "Wenn wir die Erzählungen und Bilder, die Töne und die Träume der anderen Nationen fühlen und sehen, dann werden wir besser begreifen, dass wir alle dasselbe Ziel haben." Es gehe um eine gemeinsame Zukunft, friedliches Zusammenleben, demokratische Selbstbestimmung. "Lasst uns gemeinsam für ein Europa einstehen, in dem nicht Nationalismus, Bomben und Granaten herrschen. Sondern setzen wir ein Zeichen für Europa, für eine gemeinsame Kultur der Demokratie in Europa."

Die russische Invasion in die Ukraine sei der "Angriff eines Regimes, das lügt, das Länder überfällt und Menschen ermordet nur aus einem Grund: Es will keine Demokratie, es will keine offene und keine gemeinsame Zukunft". Genau dies sei aber die europäische Idee, der auch die Europäer selbst oft genug nicht gerecht geworden seien. "Der Krieg des Putin-Regimes gegen die Demokratie in der Ukraine - und gegen die Demokratie in Russland, in Georgien und an vielen anderen Orten muss uns aufrütteln", forderte Roth. "Wir müssen für die Kultur der Demokratie einstehen. Auch in unserer Arbeit in Kultur und Wissenschaft, in den freien Medien und der Zivilgesellschaft." Kultur müsse gestärkt werden. "Die Kultur der Demokratie darf nicht das Opfer von Verbrechern werden."