60 Jahre Mauerbau

Wo die Spuren der Teilung noch zu sehen sind

Die bunt bemalte East Side Gallery ist das längste noch erhaltene Stück der Berliner Mauer in der Hauptstadt. Doch auch an anderen Stellen sind historische Reste des Betonwalls zu sehen. Einige Orte, die an die Mauer erinnern


Bernauer Straße

Die Bernauer Straße gilt als wichtiges Symbol der Teilung Berlins. Die Mauer verlief genau an der östlichen Häuserfront der Straße. Eine etwa 220 Meter lange Betonreihe erinnert daran, dass in dieser Straße nach dem Mauerbau zahlreiche Menschen aus Häuserfenstern in den Westen sprangen und einige dabei starben.


Gropius Bau

Der Gropius Bau - eines von Berlins wichtigsten Ausstellungsgebäuden - lag nach dem Mauerbau zwar im Westen, der Eingang zu den Ausstellungsräumen musste aber trotzdem zwangsweise verlegt werden. Warum? Die Grenze verlief direkt vor dem Gebäude, so dass der Bürgersteig vor der Mauer lag, aber dennoch zum Ostteil der Stadt gehörte. In unmittelbarer Nähe sind auf rund 200 Metern Länge zahlreiche hellgraue Betonklötze erhalten.


Günter-Litfin-Gedenkstätte

Günter Litfin wurde am 24. August 1961 von Angehörigen der Transportpolizei erschossen, als er versuchte, nach West-Berlin zu fliehen. Ihm zu Ehren errichtete sein Bruder Jürgen im Jahr 2003 die Günter-Litfin-Gedenkstätte. In einem ehemaligen Wachturm erfahren Besucher in einer Dauerausstellung mehr über die damalige Todesgrenze und das geteilte Berlin.


East Side Gallery

Im Ostteil der Stadt finden Besucher das wohl bekannteste Mauerstück - die 1,3 Kilometer lange East Side Gallery. 1990 bemalten Künstler aus aller Welt dieses längste erhaltene Stück Mauer mit riesigen Wandbildern. Eines der bekanntesten Motiven ist sicherlich Dmitri Wrubels "Bruderkuss" zwischen Erich Honecker und Leonid Breschnew. Weil die Farbe bei vielen Gemälden verblasste, wurde die East Side Gallery 2009 monatelang aufwendig restauriert. Dafür kamen viele der Künstler wieder nach Berlin, die ursprünglich ihre Bilder an die Mauer gemalt hatten.


Weitere Ort des Gedenkens:

Auch an der Bornholmer Brücke oder vor dem Umweltministerium nahe des Potsdamer Platzes sind noch Mauerreste zu sehen. Am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Bundestages hat der Aktionskünstler Ben Wagin mehrere Bäume auf einem Stück des Grenzstreifens gepflanzt. Auch dort - am Parlament der Bäume - gibt es noch originale Reste des Betonwalls.