Gagosian-Ausstellung

Urs Fischer verzückt in New York mit tanzenden Stühlen

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Die Stühle drehen und schwenken sich, folgen Besuchern oder fahren ihnen davon: Mit einer Gruppe sympathisch wirkender Bürostühle hat der Schweizer Künstler Urs Fischer die New Yorker in seiner Ausstellung "Play" verzückt

Neun per Computer gesteuerte Stühle rollen wie von selbst durch den Raum der Galerie Gagosian und reagieren mit Hilfe von Sensoren auf Bewegungen in ihrer Nähe. Teils schwärmen sie auch im Rudel miteinander, in anderen Momenten ähnelt ihre Choreographie einem Tanz. 

"Spiel ist der Ursprung von Fiktion", sagt Fischer. Die Schau biete eine "Arena zufälliger Begegnungen", erklärt die Galerie: "Je mehr der Betrachter die Stühle zu kontrollieren versucht, desto deutlicher wird, dass sie keine Schachfiguren oder Haustiere sondern Teilnehmer sind. Indem wir versuchen, die Choreographie zu verstehen, erzeugen wir sie und führen genau die Handlungen aus, die wir entschlüsseln wollen." Die Abläufe entwickelte Fischer mit der Choreographin Madeline Hollander. "Play" ist noch bis Mitte Oktober zu sehen.

Der aus Zürich stammende Fischer ist für große Skulpturen bekannt, die sich aus Gegenständen der Popkultur bedienen. Er befasst sich unter anderem mit Prozessen von Entstehung und Zerstörung, etwa in seinen Kerzen in Form von lebensgroßen Frauen. Auch die russische Kunstsammlerin Dascha Schukowa bildete er so ab - im pinken Kleid in einem Bürostuhl sitzend - und stellte sie bei Gagosian in London aus. Zu Beginn der Schau am Montag wurde der Kopf der Figur angezündet, woraufhin sie langsam abbrannte.

Fischers Arbeiten waren mehrfach bei der Biennale in Venedig sowie im Pariser Centre Pompidou und dem Kunsthaus in Zürich zu sehen. Der 45-Jährige lebt und arbeitet in New York.

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