Frankreich

Wildenstein-Prozess wegen Steuerbetrugs wird neu aufgerollt

Kunsthändler Guy Wildenstein mit Anwalt Hervé Témime zum Prozessauftakt 2016 wegen Steuerbetrug in Paris
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Kunsthändler Guy Wildenstein mit Anwalt Hervé Témime zum Prozessauftakt 2016 wegen Steuerbetrug in Paris

Frankreichs höchstes Gericht hat den Freispruch gegen den Erben der Kunsthändlerfamilie Wildenstein kassiert

Der Prozess um Vorwürfe der Steuerhinterziehung müsse neu verhandelt werden, entschied der Kassationsgerichtshof am Mittwoch. Der Kunsthändler Guy Wildenstein und Mitangeklagte waren 2017 in einem aufsehenerregenden Prozess freigesprochen worden. Das Pariser Berufungsgericht bestätigte diese Entscheidung 2018. Die Staatsanwaltschaft, die mehrere Jahre Haft gefordert hatte, ging damals gegen diese Entscheidung in Berufung.

Er habe die Entscheidung zur Kenntnis genommen, sagte Guy Wildensteins Anwalt, Hervé Temime, der französischen Nachrichtenagentur AFP. Er glaube, dass das Urteil es ermögliche, vor dem Berufungsgericht erneut den Freispruch von Herrn Wildenstein zu erwirken. Der 75-jährige Franzose und US-Bürger steht an der Spitze einer einflussreichen Kunsthändlerdynastie.

Den Angeklagten wurde unter anderem vorgeworfen, nach dem Tod von Guy Wildensteins Vater im Jahr 2001 hohe Vermögenswerte verheimlicht zu haben. Das Vermögen sei mit sogenannten Trusts verschleiert worden. Trusts sind eine besondere Art der Treuhand-Vermögensverwaltung. Der Fall wurde nun vom Kassationsgerichtshof an das Pariser Berufungsgericht zurückverwiesen.