Documenta

Kunstkollektiv Taring Padi: "Ein Fehler bleibt ein Fehler"

Besucherinnen und Besucher stehen im Kasseler Hallenbad-Ost, in dem das indonesischen Künstlerkollektiv Taring Padi ausstellt
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Besucherinnen und Besucher im Kasseler Hallenbad-Ost, in dem das indonesischen Künstlerkollektiv Taring Padi ausstellt

Das für den Documenta-Eklat verantwortliche Kunstkollektiv Taring Padi hat sich für die antisemitischen Darstellungen in ihrer Arbeit "People's Justice" erneut entschuldigt

"Das war ein Fehler, den wir eingestehen", sagte das Kollektiv in einem Interview der Wochenzeitung "Die Zeit" (Ausgabe vom 7. Juli). "Wir entschuldigen uns dafür. Auch für die Verletzungen, die diese Karikaturen angerichtet haben."

Das Werk sei vor 20 Jahren in einem Prozess kollektiver Arbeit entstanden: "Im Rückblick sehen wir: Es gab keine Kontrolle, was die Beteiligten malten. Das soll nichts entschuldigen, ein Fehler bleibt ein Fehler."

Das Kollektiv habe damals nicht begriffen, dass es sich um antisemitische Darstellungen handele. "Wir wussten kaum etwas darüber. Wir hatten in der Schule etwas über den Holocaust und die Nazi-Herrschaft gelernt, aber nichts zum Antisemitismus an sich", heißt es in dem Interview. "Das ist Teil unseres Lernprozesses jetzt, wenn wir über das Thema sprechen und reflektieren. Wir hätten nicht so nachlässig sein dürfen. Wir hätten einfühlsamer, umsichtiger sein müssen."

Es sei nach 20 Jahren schwierig zu rekonstruieren, wer genau die antisemitischen Figuren gemalt habe. "Es ist ein kollektives Werk. Wir sind alle dafür verantwortlich."

Der Eklat bei der Documenta in Kassel beschäftigt inzwischen auch den Bundestag. Am Mittwoch wollte sich der Kulturausschuss des Parlaments mit den Vorgängen befassen. Am Donnerstag debattiert der Bundestag das Thema auf Antrag der CDU/CSU-Fraktion.