Nach Antisemitismus-Eklat

Scholz will Documenta fernbleiben

Am Tag nach dem Abhängen des umstrittenen Großbanners "People's Justice" des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi, bleiben auf dem Friedrichsplatz das leere Gerüst sowie die Ständer für die ebenfalls entfernten Pappfiguren zurück
Foto: dpa

Am Tag nach dem Abhängen des umstrittenen Großbanners "People's Justice" des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi, bleiben auf dem Friedrichsplatz das leere Gerüst sowie die Ständer für die ebenfalls entfernten Pappfiguren zurück

Bundeskanzler Olaf Scholz will nach den Antisemitismus-Vorwürfen gegen Werke auf der Kasseler Documenta in diesem Jahr auf einen Besuch der Kunstschau verzichten

"Olaf Scholz ist ein großer Fan der documenta und hat in den vergangenen 30 Jahren wohl keine documenta versäumt. Er hat aber entschieden, die diesjährige Ausgabe nicht zu besuchen", sagte eine Regierungssprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Zuvor hatte die "Jüdische Allgemeine" berichtet.

Zuvor war eine Installation des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi abgebaut worden, die unter anderem einen Soldaten mit Schweinsgesicht zeigte. Er trug ein Halstuch mit einem Davidstern und einen Helm mit der Aufschrift "Mossad" - die Bezeichnung des israelischen Auslandsgeheimdienstes.

"Bundeskanzler Olaf Scholz findet die besagte Abbildung in Kassel abscheulich und hält es für völlig richtig und angemessen, dieses Plakat zu entfernen", so die Sprecherin weiter. "In Deutschland ist kein Platz für antisemitische Darstellungen, auch nicht auf einer Kunstausstellung."

Die Documenta-Leitung solle sich ihrer Verantwortung für diesen Vorgang stellen. "Im Vorfeld dieser renommierten Ausstellung gab es eine ganze Reihe von Warnungen - umso irritierender ist es, dass es nun dennoch zu diesem Skandal gekommen ist", kritisiert der SPD-Politiker.