Florenz

Uffizien-Chef Schmidt: Corona-Pause bringt Digitalprojekte voran 

 Eike Schmidt in den Uffizien in Florenz
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Eike Schmidt in den Uffizien in Florenz

Die Schließung der Uffizien in Florenz wegen der Corona-Welle hat die Digitalisierungsprojekte des Museums stark beschleunigt

Das sagte der deutsche Direktor des Hauses, Eike Schmidt, am Montag. "Wir sind jetzt stärker auf den Sozialen Netzwerken präsent", erläuterte der Kunsthistoriker. "Die Zahl der Besucher auf unserer Website hat sich seit März mehr als verdoppelt." Die Uffizien mit ihrer berühmten Gemäldesammlung hatten am 8. März die Türen für Besucher schließen müssen. In Italien pausieren wegen der Lungenkrankheit alle Museen, Theater und Ausstellungen.

Durch diese eigentlich traurige Entwicklung seien langfristig angelegte Digital-Projekte ganz schnell umsetzbar gewesen, sagte Schmidt vor der ausländischen Presse im Internet. Erst vor wenigen Wochen sei ein Facebook-Auftritt neu geschaffen worden - er habe bereits mehr als 50 000 Follower. Der Instagram-Kanal, auf dem das Museum regelmäßig Kunstwerke postet, existiert schon länger. Auch dort wachse der Zuspruch.

"Der virtuelle Besuch im Museum wird den realen aber nie ersetzen", sagte Schmidt. Beides sei "kein Gegensatz". Er erwarte vielmehr, dass mehr digitale Präsenz den Museen später auch real mehr Gäste bringen werde. Es sei ähnlich wie im Sport: "Fußball wird im Fernsehen übertragen, und die Stadion sind ebenfalls voll, das eine kann das andere verstärken."

Aktuell jedoch müsse sein Haus wegen der fehlenden Einnahmen aus dem Ticketverkauf für März und April auf über 10 Millionen Euro verzichten. Schmidt rechnet damit, dass nach dem Ende der Schließungen ein Ansturm einsetzen dürfte. Sein Haus bereite sich durch Pläne für spezielle Gesundheitsregeln wie einen begrenzten Zutritt bereits vor. Allerdings sei noch unklar, wann Italien den Kultureinrichtungen die Öffnung erlauben werde. 

Die Uffizien gehören zu den meistbesuchten Museen des Landes. Dort ist unter anderem "Die Geburt der Venus" von Sandro Botticelli zu sehen. Der in Freiburg geborene Schmidt war 2015 in Florenz zum Direktor ernannt worden. Italien ist durch die Corona-Pandemie mit bald 24 000 Toten besonders hart getroffen.