Hans Bussert

Personal Shopper

Mit Britta Thie im Media Markt

03/21/2019 - 12:37

Personal Shopper und Monopol-Kolumnist Hans Bussert sucht mit der Berliner Künstlerin Britta Thie im Media Markt nach den perfekten Kopfhörern

Morgens um elf in den Neukölln Arcaden: Das Einkaufszentrum an diesem wichtigen Berliner Verkehrsknotenpunkt zwischen Hermannplatz und Neuköllner Rathaus ist mittelmäßig gefüllt. Hauptsächlich junge bis mittelalte Menschen sind unterwegs, um ihre Einkäufe zu machen: Apotheke, Douglas, DM, Modeläden - ist ja alles da. Ganz bestimmt sind auch ein paar Schulschwänzer vor Ort. Ob sie den Neukölln Arcaden auf Instragram folgen? Zumindest den Profil-Spruch fänden sie wohl gut: "Wir sind Neuköllns Umschlagplatz Nr 1.

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Anika Meier

Post-Cyberfeminismus

Brauchen wir noch einen Hype in der Kunst?

03/05/2019 - 11:56

In den 90ern hofften die Cyberfeministinnen auf das Internet als einen Ort der Befreiung. Doch es kam anders. Ein Label für die Nachfolge-Generation ist indes schon gefunden: Post-Cyberfeminismus

Das Internet hat nicht die große Freiheit, sondern die große Abhängigkeit gebracht. Das war die Erkenntnis der Cyberfeministinnen der frühen 1990er-Jahre. Jetzt wäre es unfair zu sagen, die Bewegung sei gescheitert. Ihre Protagonistinnen hatten sich nur einfach zu viel vorgenommen, waren zu euphorisch, als plötzlich das Internet da war, und es schien, online könnten alle Grenzen überwunden werden: Geschlecht, Herkunft, Hierarchie, Patriarchat, Sorgen von gestern, die Technologie sollte es lösen. 

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Anna Gien

Das wird schon

Die zerhackte Frau

03/04/2019 - 12:52

Wenn man schon anfängt, seine Körperteile auszutauschen, warum soll man das nicht auch als Kunst denken? Monopol-Kolumnistin Anna Gien stellt Überlegungen zu zerstückelten Frauen an

Ich habe ein Problem mit meiner Nase. Der Rest meines Gesichts ist, bis auf die kleinen hutzeligen Fältchen, die sich langsam auf meiner Stirn abzeichnen, dem leichten Ansatz von Pausbäckchen und meinen Ohren, von denen ich in letzter Zeit meine, sie würden an den Rändern langsam wellig werden, eigentlich okay, ja, fast schon ein Ponyhof von einem Gesicht könnte man sagen, zumindest hat das mal ein Mann zu mir gesagt, als ich ein Teenager war: Mit so einem hübschen Gesicht sei die Welt ein Ponyhof. 

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Anika Meier

Social-Media-Athletik

Wie Instagram Künstler und Publikum ans Limit bringt

02/27/2019 - 16:29

Willkommen in der Content-Produktionshölle! Jeder Künstler muss heute drei Marathonläufer in sich haben, die durchweg 100-Meter-Weltrekorde laufen. Ein Lob des bedachten Nichtteilens

Der Künstler als Athlet. Das klingt sportlich. Das klingt nach Wettbewerb. Das klingt vor allem nach Erschöpfung. Der Künstler als High-Performer, ist der Künstler am Limit. Physisch und psychisch.

Brad Troemel, der amerikanische Künstler, von dem dieser Vergleich stammt, sagt: bad luck, so ist das eben in Zeiten sozialer Medien.

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Hans Bussert

Personal Shopper

Im Museumsshop mit Moritz Wesseler

01/31/2019 - 14:55

Postkarten kaufen mit dem Direktor des Fridericianum in Kassel: Personal Shopper und Monopol-Kolumnist Hans Bussert geht mit Moritz Wesseler in den Museumsshop

Die Kasseler Innenstadt ist wirklich sehr grau und sehr zugig an diesem Tag. In der Fußgängerzone das übliche Angebot: alles und nichts. Ins Auge fallen allein Zigarren-Umbach mit seiner tollen Leuchtreklame und der scheinbar gut sortierte PW Gun Shop direkt daneben. Hunter S. Thompson lässt grüßen - und Moritz Wesseler und ich grüßen zurück. Der neue Direktor des Fridericianum will Postkarten kaufen und dabei werde ich ihn begleiten. Es muss schnell gehen - Moritz hat heute viele Termine - also klettern wir in ein Taxi, das uns von seiner Wirkungsstätte, der Kasseler Kunsthalle Fridericianum, zum Schloß Wilhelmshöhe mit seiner Antiken- und Alte Meister-Sammlung bringen soll.

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Anika Meier

Debatte

Warum man Netzkünstlerinnen den Feminismus abspricht

01/15/2019 - 16:55

Mit Selfies gegen das Patriarchat? Netzkünstlerinnen, die sich in sozialen Medien inszenieren, wird häufig eine feministische Haltung abgesprochen. Es ist an der Zeit, mit einigen Vorurteilen aufzuräumen, findet Anika Meier

Arvida Byström ist genervt. Ach, eigentlich ist es ihr herzlich egal. Erstaunt trifft es vielleicht besser als genervt. Die schwedische Künstlerin, Jahrgang 1991, wundert es, welche Ansprüche an Künstlerinnen wie sie gestellt werden, die über die sozialen Medien groß geworden sind.

Wenn sie sich die Beine rasiert, ist sie keine Feministin. Wenn sie sich die Beine nicht rasiert, ist sie eine feministische Künstlerin, die nach Aufmerksamkeit giert. Und spätestens jetzt werden sich die ersten Kommentatoren denken: Heul doch! Das macht sie nicht. Sie lacht viel, sehr viel, und schüttelt oft den Kopf während unseres Gesprächs über Feminismus, Kunst und das Internet.

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Anna Gien

Das wird schon

Mach es zu deinem Projekt!

01/11/2019 - 15:49

Neues Jahr, neue Vorsätze: Auf in den Baumarkt! Wie Monopol-Kolumnistin Anna Gien begeisterte Hobby-Handwerkerin wurde

Ich hatte schon immer ein Ding für Hände. Vielleicht, weil ich mit meinen eigenen nicht so viel anfangen kann. Alles, was auch nur im entferntesten Sinne mit Basteln oder Bauen zu tun hat, habe ich seit einer traumatischen Erfahrung im Handarbeitsunterricht, die mit einer Blattsäge und einem Plexiglasfisch begann und mit einer Narbe in Form eines kleinen silbrigen Monds auf der Rückseite meines Daumens endete, erfolgreich aus meinem Leben verbannt. Weil ich es aber karrieretechnisch noch immer nicht zu einem Leben gebracht habe, in dem ich mir einen Personal Facility Manager leisten könnte, kommt es doch vor, dass ich ab und zu, wenn auch nur äußerst widerwillig, selbst Hand anlegen muss. So wie jetzt.

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Anika Meier

Performance in London

Kann dieser Künstler den Brexit noch stoppen?

01/09/2019 - 15:15

Jonas Lund möchte den Brexit in letzter Sekunde abwenden. Dafür richtet der schwedische Künstler ein Propagandabüro in einer Londoner Galerie ein. Ist das alles ernst gemeint? Monopol-Kolumnistin Anika Meier hat Lund getroffen

Jonas Lund hat acht Stunden Bewerbungsgespräche vor sich. Der schwedische Künstler führt sie via Skype von seinem Studio in Berlin aus. Über 80 Bewerbungen sind bei ihm eingegangen, nachdem er mit zwei Videos im Internet nach Mitarbeitern für ein Propagandabüro suchte. Das Ziel: die Brexit-Umkehr. Die Bezahlung: 125 Pfund pro Tag.

 

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Anne Waak

Stil-Kolumne

Das Bauhaus und die Ästhetik des Alltags

01/02/2019 - 14:09

Anne Waak hat Objekte von Designern, neue Orte, Fundstücke und die Zukunft im Blick. Diesmal schreibt die Monopol-Kolumnistin über das Bauhaus und das Erbe der legendären Kunstschule

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Anika Meier

IG-Performerin Leah Schrager

"Ich will die Männerhände"

12/31/2018 - 18:24

Leah Schrager wurde als sexpositive Performancekünstlerin bekannt – und kritisiert. Jetzt arbeitet die Amerikanerin an einem neuen Image und nimmt dafür die Hilfe eines männlichen Förderers in Anspruch, der eine Million Dollar in sie und ihre Kunst investiert. Warum sie das Gefühl nicht los wird, gescheitert zu sein, hat sie Monopol-Kolumnistin Anika Meier erzählt

Man kennt diese Frage aus Filmen. Was würden Sie machen, wenn Ihnen jemand eine Million Dollar gibt? Ein schönes Gedankenspiel. Fiktion also, im richtigen Leben passiert das nicht. Der amerikanischen Künstlerin Leah Schrager ist jetzt aber genau das passiert. Sie bekam eine Mail von einem Mann, der über ihre Kunst auf sie aufmerksam wurde, wie er ihr schrieb. Das war am 16. Oktober 2018. Kurz darauf, am 30. Oktober flog sie von New York nach LA, um ihn zu treffen. Dort bot er ihr an, eine Million Dollar in sie und ihre Arbeit zu investieren. 

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Hans Bussert

Personal Shopper

Weihnachtseinkäufe mit Aino Laberenz

12/20/2018 - 15:45

Personal Shopper und Monopol-Kolumnist Hans Bussert erledigt mit der Kostüm- und Bühnenbildnerin Aino Laberenz in dem Berliner Geschäft International Wardrobe Weihnachtseinkäufe

Die Almstadtstraße in Berlin-Mitte ist keine typische Einkaufsstraße. Es gibt hier kaum nennenswerte Geschäfte. Zwischen Fußgängerzonenfeeling an ihrem unteren Ende, der Münzstraße, und zugigem Hier-schnell-weiter-Charme am nördlichen Ausgang finden sich aber ein paar Versprengte. Letzte Bastionen des bis vor ein paar Jahren total gehypten Scheunenviertels: Robert Stranz, der Starfriseur der Berliner Kreativszene, die sehr schlaue Buchhandlung Pro qm und eben International Wardrobe.

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