Die Monopol-Redaktion

Unterwegs in Basel, Basel

Selbstparodie inklusive

06/18/2018 - 14:49

Bei anderen Messen haben wir mehr gefeiert, dafür kippen auf der Art Basel schon mal Menschen um vor lauter Kunst. Eine Woche in der temporären Haupstadt des Kunstmarkts, aufgeschrieben von Elke Buhr

Basel ist schon an normalen Tagen eine seltsame Mischung aus Puppenstube und unglaublich viel Geld, und wenn die Art-Basel-Woche die reichen Menschen in die Stadt ruft, wird das nicht besser. Die französischen Fluglotsen versuchten mit einem Streik am vergangenen Montag noch kurzfristig das Schlimmste zu verhindern, aber trotz abgesagter Flüge – einige Berliner mussten ihren Platz im Easyjet-Flieger gegen acht Stunden in einem ICE der Deutschen Bahn tauschen – waren dann irgendwann doch alle eingetroffen in der perfekt renovierten Stadt am Rhein, fuhren mit dem perfekt funktionierenden Nahverkehr zu ihren Hotels (900 Franken pro Nacht, warum nicht?) und bereiteten sich auf den entscheidenden Moment vor: das Austernschlürfen am Dienstagmorgen.

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Die Monopol-Redaktion

Eröffnungswochenende der 10. Berlin Biennale

Good bye, old BRD!

06/11/2018 - 11:33

Wo vor zwei Jahren noch blasse Hipster das Bild bestimmten, fühlt sich die Stadt zur 10. Ausgabe der Berlin Biennale an, als hätte sie endlich Anschluss an eine wirklich globale Szene gefunden. Beobachtungen am Eröffnungswochenende

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Anika Meier

Künstler Dullaart über Fake-Follower auf Instagram

"Menschen werden abhängig von Bestätigung"

06/08/2018 - 11:55

Der niederländische Künstler Constant Dullaart hat als künstlerische Intervention 2,5 Millionen Follower gekauft und auf Kunstwelt-Protagonisten verteilt. Darüber gesprochen wird selten

Herr Dullaart, Sie haben im Jahr 2014 für 5.000 Dollar 2,5 Millionen Follower gekauft und auf Protagonisten in der Kunstwelt verteilt, so dass ausgewählte Galerien, Künstler, Magazine und Kritiker alle auf 100.000 Follower kamen. Wie lief das ab?
Ich wusste, dass es möglich ist, Follower zu kaufen. Anfangs kaufte ich Follower aus Recherchegründen weil ich mich mit neuen Typen von Materialität mit Bezug zur Fotografie beschäftigte. Wenn man etwas kaufen kann, kann es als Material gesehen werde. Damals lief das noch über eBay, was heute meines Wissens nach nicht mehr möglich ist. Heute gibt es andere Dienste. Wenn man im Internet auf die Suche geht, landet man auf verschiedenen Websites.

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Die Monopol-Redaktion

Eine Form der Ekstase

Unterwegs auf der ersten Riga-Biennale

06/04/2018 - 17:53

Jetzt hat auch Riga eine eigene Biennale. An den Eröffnungstagen und -nächten schwärmen die angereisten Besucher von einer Stadt, in der offenbar noch Platz ist, vom Licht, vom Meer - und harten Alkoholika. Daniel Völzke war dabei

Wenn niemand das Licht abdreht, geht auch keiner schlafen. Anfang Juni ist es in Riga um 23 Uhr immer noch hell, naja, jedenfalls nicht richtig dunkel. Die Sonne taucht nur ein paar Stunden in die Ostsee und kommt schnell mit einer neuen Zartheit zurück. Die Künstler und Gäste der Preview-Tage der ersten Riga-Biennale hangeln sich von Ausstellungsort zu VIP-Empfang, von Eröffnungsparty zum nächsten Ausstellungsort – und keiner klagt über Müdigkeit. "Die Geschwindigkeit ist die Form der Ekstase, mit der die technische Revolution den Menschen beschenkt hat", dieses Milan-Kundera-Zitat steht als Motto auf der ersten Seite des Biennale-Handbuchs, und wenn es neben den britischen Junggesellenhorden jemand schafft, in der eher beschaulichen lettischen Hauptstadt Ekstase und Geschwindigkeit zusammenzubringen, dann doch jutebeuteltragende Kunstwelt-Professionals.

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Anika Meier

"Excellences & Perfections"

Endlich erscheint das Buch zu Amalia Ulmans Instagram-Meisterwerk

06/01/2018 - 11:26

Amalia Ulmans Performance "Excellences & Perfections", in der sie sich monatelang als vermeintliches Dummchen inszenierte, gilt als das erste Instagram-Kunstwerk. Jetzt, fast fünf Jahre später, erscheint endlich das Buch dazu. Monopol-Bloggerin Anika Meier hat es sich angesehen

Vor ein paar Wochen habe ich ein Interview mit Amalia Ulman für das Monopol Magazin (3/2018) geführt. Nachdem es kurz in der Leitung klickte und wir uns noch kürzer begrüßten, sagte sie: "Hat Dir meine Galeristin gesagt, dass ich keine Fragen zu 'Excellences & Perfections' beantworte?" Nein, hatte sie nicht. Macht nichts, dachte ich. Wie sich schnell herausstellte, lag ich damit falsch. Ich versuchte mich also an meiner ersten Frage, die sehr beiläufig – vielleicht auch nicht ganz so beiläufig – mit dem Erfolg ihrer Instagram-Performance "Excellences & Perfections" zu tun hatte. Amalia Ulman legte auf. Allerdings nicht bevor sie mich wissen ließ, dass ich mich gleich wieder melden könne, wenn ich mir neue Fragen überlegt hätte.

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Anika Meier

Umfrage

Wem noch auf Instagram folgen?

05/31/2018 - 15:35

Instagram ist in die Jahre gekommen. Außer Influencern und Celebrities mit Hang zum Narzissmus hat dort niemand mehr Spaß. Oder doch? Monopol-Bloggerin Anika Meier hat Kritiker, Künstler und Instagrammer gefragt, wem sie folgen. Und sie erklärt, warum Ugly Instagram so hip wie Ugly Fashion ist

Manchmal, eigentlich täglich, frage ich mich, warum ich Instagram nach all den Jahren immer noch irgendwie gut finde. Manchmal wünsche ich mir, dass es nicht so ist, denn in der Zeit, in der ich auf Instagram herumtippe, schreiben andere Leute zehn bis zwölf Bücher.

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Die Monopol-Redaktion

AfD-Demo und das Drumherum

Falsche Gegenwart

05/28/2018 - 11:39

Wohin bewegt sich unserer Gesellschaft? Sebastian Frenzel schaut sich in Berlin auf Demonstrationen und in Museen um

"Wenn die AfD die Antwort ist, wie dumm war dann die Frage?", steht am Sonntagmittag auf einem Demonstrationsbanner an der Berliner Siegessäule, und eigentlich möchte man es dabei belassen: die lustigeren Sprüche ("Wish you were queer"; "Liberté Egalité FckAfdé"), die bessere Musik, die Schönheit Tausender in der Sonne tanzender Körper, die Faktizität der Freude sind hier, die Botschaft simpel und richtig: gegen den Hass.

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Die Monopol-Redaktion

Ausstellung in Berlin

Aida im Parkhaus

05/28/2018 - 11:05

Der Künstler David Krippendorff lässt die Verdi-Figur Aida in einem seiner Filme auftreten. Doch funktioniert das künstlerische Großformat Oper in der Galerie?

Wie kriegt man große Oper in den kleinen Kasten – in den Fernsehkasten zum Beispiel? Im Fall von Shirin Neshats "Aida"-Inszenierung – Sommer 2017 in Salzburg – ging die Verwertung von Musiktheater als TV-Event wieder gründlich schief. Aber die iranische Künstlerin Neshat schien als Opernregisseurin ohnehin fehlbesetzt. Von ganz anderem Kaliber ist "Looking for Oum Kulthum", Neshats demnächst anlaufender Spielfilm über eine berühmte ägyptische Sängerin (die mit dem Musiktheater westlicher Prägung aber nichts am Hut hatte).

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Die Monopol-Redaktion

Unterwegs in Südwestengland

Notting Hill mit Kühen

05/22/2018 - 15:45

Jenseits der royalen Hochzeit: Monopol-Redakteur Daniel Völzke auf einem Pfingstausflug in die südenglische Landidylle, wo nicht nur Hauser & Wirth Kunst zeigt

Jetzt hat Harry doch hetero geheiratet. 2011, kurz vor der Hochzeit seines Bruders, sagte uns das britische Künstlerduo Gilbert & George: "Wir freuen uns schon sehr darauf, zur Coming-out-Party von Prinz Harry eingeladen zu werden. Wir wissen nicht, ob sie in Westminster Abbey stattfinden wird. Aber es wird sicher ein rauschendes Fest." Von wegen!

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Die Monopol-Redaktion

Frieze-Woche in New York

"In den USA ist Kunst immer noch etwas Freakiges"

05/07/2018 - 17:33

Selfies mit Carl Andre, Mikroben von Walter De Maria und eine gut gelaunte Tracey Emin: Silke Hohmann war für unseren "Kunst und Leben"-Blog zur Frieze-Woche in New York und Beacon unterwegs

Randalls Island sei doch überhaupt keine Adresse, beschwert sich der Taxifahrer am Flughafen in Newark. Dabei schlägt seit 2014 die Kunstmesse Frieze New York ihr großes weißes Zelt auf der Parkinsel zwischen Manhattan und Queens auf. An der Südspitze weht von weitem sichtbar eine schwarze Flagge von Adam Pendleton: "BLACK LIVES MATTER" steht auf der "Black Dada Flag", der Flaggenmast ist in einen Ort gerammt, der in Schifffahrtskarten bis in die 80er-Jahre noch "Negro Point" hieß.

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Anika Meier

:-(

Fehlt es dem Kunstbetrieb an Humor?

05/01/2018 - 19:46

Während des Berliner Gallery Weekends musste der Schalk Christian Jankowski den Wutausbruch eines Kunsthändlers ertragen, die witzige Marisa Olson performte vor versteinerten Gesichtern. Why so serious?

m Samstag begann das Gallery Weekend mit einem never ending Wutausbruch. Rudolf Zwirner, Mitbegründer der Art Cologne, und Christian Jankowski, Künstler, sollten über dessen "Neue Malerei" diskutieren. Florian Illies, Leiter des Auktionshauses Grisebach, sollte moderieren.

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