Anika Meier

Maschinelles Lernen

Wie Google das Kunsterlebnis beeinflusst

04/03/2018 - 11:26

Das Google Cultural Institute hat Anwendungen entwickelt, mit denen Benutzer den Bestand von Museen auf der ganzen Welt ansehen oder Doppelgänger in der Kunstgeschichte aufspüren können. Doch was bleibt von solchen Experimenten? Ein Besuch in Paris

Als Kind war für Amit Sood das Wichtigste, mit seiner Familie in einem Restaurant chinesisch zu essen. Museen glaubte er, seien etwas für reiche, versnobt Leute. Als der in Indien aufgewachsene Sood später nach New York zog, war das Museum of Modern Art ein sozialer Ort für ihn. Er trank dort Kaffee, denn um Ausstellungen zu sehen, hätte er Eintritt zahlen müssen. Als er dann nach London zog, musste er feststellen, dass es viel regnet. Also ging er häufig in Museen, weil der Eintritt in die Sammlungen gratis ist. "Technologie kann heute helfen, Menschen Kunst näher zu bringen", erzählt er deutschen Journalisten. Seine biografischen Ausführungen erklären, was er heute als Direktor des Google Cultural Institutes mit Kunst anstellen möchte: eigentlich alles, was denkbar ist, Hauptsache es bringt Menschen mit Kultur in Berührung.

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Anika Meier

Maurizio Cattelan auf Instagram

Instagram-Stories sind das neue Dschungelcamp

04/01/2018 - 17:00

Überall nur Selbstvermarktung auf Instagram. Der Künstler Maurizio Cattelan zeigt, wie es besser geht

Wir sind selbst schuld. Es muss so sein. Denn würden wir alle einfach brav und ganz selbstverständlich das neue Buch von Benjamin von Stuckrad-Barre kaufen, müsste er nicht 24 Stunden am Tag auf Instagram senden. Schade. Stuckrad-Barres und Lars Eidingers Instagram-Stories zu verfolgen, ist ein Vollzeitjob. Man könnte wegklicken. Wahlweise nicht mehr reinklicken. Geht nicht. Bei mir jedenfalls. Das ist nämlich wie den ganzen Tag süße Tiervideos gucken. Nur anders herzzerreißend.

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Kunsthalle Düsseldorf

"Akademie [Arbeitstitel]" in Düsseldorf

Ab ins Archiv

03/12/2018 - 11:48

Gerade wurde in der Kunsthalle die neue Ausstellung "Welcome to the Jungle" eröffnet, mit der das Jubiläumsjahr abschließt. Nun ist es Zeit, einen Blick auf die vergangenen Monate zu werfen. Was bleibt übrig von einer Ausstellung über das eigene Archiv? Was kann dieses Archiv einer Institution ohne eigene Sammlung überhaupt sein, und in wieweit ist die grade zu Ende gegangene Ausstellung schon selbst Teil davon?

"Neben den Dokumenten und Fotos bleibt vor allem das, was vor Ort geschehen ist, was zwischen den einzelnen Akteuren passiert ist, zwischen den Künstler_innen und den Besucher_innen", sagt Kuratorin Anna Lena Seiser. "Das Archiv der Kunsthalle ist in größten Teilen immateriell, es besteht aus Erinnerungen, Namen, Geschichten und Anekdoten."

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Anika Meier

Begriffsklärung

Was ist eigentlich ein "Instagram-Künstler"?

03/05/2018 - 11:17

Wer als Künstler Instagram nutzt, wird schnell als "Instagram-Künstler" bezeichnet. Zu Recht?

Als Künstler kann man sich schlecht gegen Zuschreibungen wehren. Da will man Künstler sein und wird vielleicht doch nur immer wieder Fotograf von Kunstkritikern und Ausstellungsbesuchern genannt. Weil das Medium Fotografie an der Wand hängt, sagt und schreibt es sich schnell: der Fotograf XY.

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Anika Meier

Like-Kultur

Auf Instagram weiß niemand, dass du Fotograf bist

02/28/2018 - 10:59

Abseits von Selfies und Food Porn kann es auf Instagram auch um Fotografie gehen. Nur was wird aus ihr, wenn sie in einem sozialen Netzwerk gefallen will? Sie wird zum Mem

Ein Cartoon des "New Yorker" geht so: "Im Internet weiß niemand, dass Du ein Hund bist." Der Kritiker und Autor Ed Halter hat daraus gemacht: "Im Internet weiß niemand, dass Du ein Künstler bist." Und man könnte noch weiter spezifizieren: "Auf Instagram weiß niemand, dass Du ein Fotograf bist."

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Kunsthalle Düsseldorf

"Akademie [Arbeitstitel]" in Düsseldorf

Beton Brut

02/16/2018 - 12:40

Die Architektur der Kunsthalle Düsseldorf war nicht immer beliebt, doch die verspätete Anerkennung brutalistischer Betonarchitektur hat auch den Bau am Grabbeplatz nicht ausgespart

Kurz nach der Erbauung wollte man den "Kunstbunker" am liebsten gleich wieder abreißen: Fünf Professoren der Düsseldorfer Kunstakademie, darunter ihr späterer Rektor Norbert Kricke, forderten 1967 den Abriss der Kunsthalle. "Das Biest muss wieder weg", äußerte Kricke im "Spiegel".

Heute hat man sich mit dem "Klotz" zum Glück mehr als arrangiert und die verspätete Anerkennung brutalistischer Betonbauten hat auch die Kunsthalle nicht ausgespart.

In der Ausstellung "Akademie [Arbeitstitel]" ist das Material der Hülle, der Beton, für viele Künstler_innen ein genauso wichtiger Anknüpfungspunkt an die eigene Arbeit wir ihr Inhalt, das Archiv.

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Kunsthalle Düsseldorf

"Akademie [Arbeitstitel]" in Düsseldorf

Archiv und Akribie

02/09/2018 - 14:47

Es lässt sich nicht bestreiten, der Begriff Archiv klingt auch immer ein wenig nach Staub, nach Daten, Akten, Zahlen, nach Versessenheit und Akribie, oder anders formuliert: nach Liebe zum Detail. Im Emporensaal der Kunsthalle Düsseldorf ist zum Ende der Ausstellung eine Hängung zu sehen, in der genau das auf verschiedene Weise umgesetzt wird

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Kunsthalle Düsseldorf

"Akademie [Arbeitstitel]" in Düsseldorf

Das Archiv performen

02/06/2018 - 17:26

Mit der Programmreihe "Performing Archive", die an mehreren Wochenenden parallel zur Ausstellung "Akademie [Arbeitstitel]" in der Kunsthalle Düsseldorf stattfindet, wird das Archiv buchstäblich zum Leben erweckt

Als die Ausstellung im November 2017 eröffnete, stand der 11.11., der Auftakt des Rheinischen Karnevals unmittelbar bevor – wenige Tage nach Ausstellungsende beginnt die fünfte Jahreszeit dann offiziell. Was liegt näher, als sich diesem Ritual von künstlerischer Seite zu nähern. Der Choreograf Ben J. Riepe blickt mit seinem Stück CARNE VALE! auf den mittelalterlichen Karneval, der Feier des Fleisches, bevor man ihm für die Dauer der Fastenzeit entsagt. Das Fleisch ist in dem Fall der menschliche Körper, den Riepe ausstellt, verhüllt, entblößt und als Projektionsfläche nutzt, für aktuelles Zeitgeschehen, aber auch, um tief verborgene Instinkte hervorzulocken.

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Anika Meier

Studie

Künstlerinnen in Zeiten sozialer Medien

02/02/2018 - 11:05

Eine neue Studie zeigt, dass Frauen in der Kunst im Vergleich zu Männern noch immer stark benachteiligt sind. Was hat sich durch die sozialen Medien geändert?

Die Guerrilla Girls fragten in den 80ern, ob Frauen nackt sein müssen, um ins Museum zu kommen. Bei einer ihrer Schniedelzählungen ("weenie counts") im Metropolitan Museum fanden sie heraus, dass nur 5 Prozent der Künstler in der Abteilung für Moderne weiblich waren, während 85 Prozent der Akte Frauen zeigten. Vor einigen Jahren zählten sie noch einmal nach. Jetzt waren es nur noch 4 Prozent, dafür gab es plötzlich mehr männliche Akte. Vielleicht müssen also zuerst mehr Männer nackt ins Museum, bevor es dort mehr Künstlerinnen gibt, scherzen die Guerrilla Girls gerne mal.

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Anika Meier

Geplantes Museum of Selfies

Die Hölle ist Millennial Pink

01/30/2018 - 12:15

In Los Angeles eröffnet am 1. April für zwei Monate das Museum of Selfies. Muss das sein? Ein Kommentar

Die Antwort klingt plausibel. Brauchen Selfies tatsächlich ein eigenes Museum? Die Antwort wird in der Rubrik häufig gestellte Fragen auf der Website des Museums of Selfies gegeben. Und sie klingt deshalb so plausibel, weil man genau weiß, wie sie lautet: Jeden Tag werden mehr als eine Million Selfies in den Sozialen Medien geteilt. Das deutet also eine gewisse Relevanz des Themas schon an. Deshalb, egal, wie man das Phänomen Selfie beurteilt, ob man es nun großartig oder total überflüssig findet, ein Museum ist es wert.

Am 1. April eröffnet das Museum of Selfies. Zu gerne würde man jetzt rufen: "Ha, Aprilscherz!" Nur leider geht das nicht, weil schon Eintrittskarten gekauft werden können. Für 25 Dollar die Karte. Für einen Museumsbesuch in Los Angeles. Für einen Zeitraum von zwei Monaten.

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Kunsthalle Düsseldorf

"Akademie [Arbeitstitel]" in Düsseldorf

Das Archiv als Performance

01/23/2018 - 17:29

Die Klasse Suchan Kinoshita von der Kunstakademie Münster übernimmt die Kunsthalle Düsseldorf

Unter der Treppe vor dem Kinosaal steht ein Turm aus Tabletts. Grauer Kunststoff, ein genormtes, auf Körpermaße abgestimmtes Format, wie es in tausenden Bürokantinen und Unimensen täglich im Einsatz ist. Die Tabletts sind der Beitrag "table/t" der Klasse Suchan Kinoshita von der Kunstakademie Münster. Aufeinander gestapelt sind sie so hoch, dass die kleinste Person in der Klasse mit ausgestreckter Hand gerade noch so an das oberste Tablett heranreicht. Bis zum Ende der Laufzeit werden auf und mit den Tabletts immer wieder Performances und künstlerische Arbeiten gezeigt und präsentiert, die sich zwischen die temporären Installationen in den Ausstellungsräumen drängen – in between, in Anlehnung an die legendäre Ausstellungsreihe der Kunsthalle.

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